Jahresbilanz Brennstoffzelle und Stromspeicher

Werner Berner Brennstoffzelle

Seit 365 Tagen arbeiten im Keller der Esslinger Familie Berner ein 13,44 kWh Powerball Stromspeicher und eine Solidpower, Bluegen Brennstoffzelle mit 13.000 kWh elektrischer Jahresleistung.

Zeit für einen ersten Zwischenbericht.

Herr Berner zieht Jahresbilanz

„Wir feiern diesen Geburtstag ganz bewusst, weil wir vor einem Jahr nicht einschätzen konnten was auf uns zukommt. Eine fossile Heizung kam für uns aus ökologischen Gründen nicht in Frage und mit unserem BHKW waren wir überhaupt nicht zufrieden. Für die Brennstoffzelle und Stromspeicher haben wir uns entschieden, weil wir erwartet haben, dass unser Autarkiegrad damit am höchsten sein wird.
Rückblickend sind wir sehr dankbar, dass wir den Schritt gemacht haben, denn alles funktioniert wie es soll und läuft wie am Schnürchen. Neben unserem Büro schnurrt leise die Brennstoffzelle, kurz „Brenni“ genannt, und nebenan im Wirtschaftsraum arbeitet unser Powerball Stromspeicher.

 

Die Brennstoffzelle verbrauchte im ersten Jahr ca. 21.000 kWh Gas, im Gegenzug bekamen wir 13.000 kWh Strom zu unserer freien Verfügung geliefert. Davon haben wir 4800 kWh selbst verbraucht und 8.200 kWh haben wir dem allgemeinen Stromnetz zur Verfügung gestellt.

 

570 kWh haben wir im ersten Jahr dazugekauft. Mit dem BHKW haben wir im Jahr 2016 2.900 kWh zukaufen müssen. Der Powerball speichert ca. 8% unseres Strombedarfs, was 384 kWh in 365 Tagen entspricht. Das heißt, dass der Powerball pro Tag ca. eine Kilowattstunde puffert.

 

Unsere Brennstoffzelle hat 5.200 Kwh Wärme geliefert, genug um unser Haus mit 3 Wohnungen zu heizen und mit Warmwasser zu versorgen. Gas und Reststrom beziehen wir vom Öko-Gas- und Stromanbieter Elektrizitätswerke Schönau. Mit der Kombination Brennstoffzelle und Powerball Stromspeicher leben wir nun zu 95 % stromautark, das ist einfach ein gutes Gefühl!“

 

Werner Berner, Guter-Strom.de

 

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Wer jetzt den Rentabilitätsrechner auspackt wird feststellen, dass bei Familie Berner die Wirtschaftlichkeit bei der Entscheidung Brennstoffzelle mit Stromspeicher nicht im Vordergrund gestanden hat. Es ging vielmehr um Machbarkeit und um den Wunsch nach Strom-Unabhängigkeit. Werner Berner hat mit seiner Installation ein Experiment gewagt, das nach einem Jahr als Erfolg verbucht werden darf. Die Kombination aus Brennstoffzelle und Speicher heizen 218 Quadratmeter Wohnfläche und schaffen 95% Stromautarkie.

 

 

365 Tage Brennstoffzelle & Stromspeicher in Zahlen:

Wohnfläche: 218 Quadratmeter
Haushalt: 4 Personen
Gasverbrauch: 21.000 kWh
Stromproduktion: 13.000 kWh
Netzeinspeisung: 8200 kWh
Eigenverbrauch: 4800 kWh
Strombezug: 570 kWh
Stromspeicher puffert: 384 kWh in 365 Tagen
Wärmeproduktion: 5200 kWh
Strom-Autarkie: 95 %

 

365 Tage Brennstoffzelle und Powerball Stromspeicher bei Fam. Berner e1532075830432

 

Ergänzung zum Thema Brennstoffzelle und Powerball Stromspeicher

Das Thema Brennstoffzelle und Stromspeicher hat bei vielen Interessenten Nachfragen erzeugt. Wir haben mit Herrn Werner Berner von guter-strom.de noch einmal gesprochen und den Beitrag ergänzt.

 

Was hat das gekostet?
Betreiber Werner Berner von Guter Strom.de nennt eine runde Summe von 30.000 Euro für Brennstoffzelle und Stromspeicher inklusive Installation. Förderungen von BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle )und KFW (Kreditanstalt für Wiederaufbau ) sind noch nicht abgezogen. Fördersumme insgesamt ca. 16.000 Euro.

Warum Erdgas und kein Biogas?
Die Entscheidung für Erdgas hat mehrere Gründe. Herr Berner wollte keine Maismonokulturen fördern, zertifiziertes Biogas der Elektrizitätswerken Schönau war damals noch nicht verfügbar und es gab eine Menge anderer Parameter zu berücksichtigen, so dass beim Gas der Einfachheit halber auf Erdgas zurückgegriffen wurde. Als Unternehmer muss Herr Berner bei aller Experimentierfreude auch die Verhältnismäßigkeit im Blick haben und Biogas hätte die Betriebskosten doch stark in die Höhe getrieben.

 

Warum so viel Brennstoffzellenleistung und so viel Speicherkapazität?
Herr Berner sagt dazu: „Bei der Planung haben wir mit einer Mischkalkulation aus Durchschnittsverbrauch und Lastspitzen für 2 Wohnungen und 2 Haushalte gerechnet. Die Anlage wurde auf Basis dieser Daten so berechnet, dass Wärme und Stromverbrauch zu jeder Zeit, für alle Fälle zur Verfügung stehen. Nach 12 Monaten ist man schlauer und kann sagen, dass etwas weniger Kapazität und Leistung auch ausgereicht hätten. Aber hinterher ist man ja bekanntlich immer schlauer. Mein Motto: Der ökologische Weg wächst beim Gehen.“

 

Fazit

Brennstoffzelle als Stromerzeuger und Heizung funktioniert sehr gut. Powerball Stromspeicher und Brennstoffzelle arbeiten gut zusammen.

Im Vergleich zum vorher betriebenen BHKW ist das System leiser und hat einen besseren Wirkungsgrad. Im Vergleich zu einem Großkraftwerk mit 35 % bis 45 % Wirkungsgrad leistet das kleine dezentrale Kraftwerk der Familie Berner mit 95 % mehr als das Doppelte.

Das System hat alle Erwartungen erfüllt, am Biogasthema wird gearbeitet! Viele Schritte sind schon getan, die ökologische Reise hat Fahrt aufgenommen.

 

Bericht: solar-professionell.de